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Working Capital Management

Working Capital Management & Einkaufsoptimierung

Das Working Capital ist die Differenz aus dem Umlaufvermögen und den kurzfristigen Verbindlichkeiten des Unternehmens. Ist das Working Capital zu niedrig, verstoßen Unternehmen gegen die goldene Bilanzregel und das Unternehmen steht in Gefahr in Liquidtätsschwierigkeiten zu kommen. Ist das Working Capital zu hoch, ist zu viel Kapital gebunden und das Unternehmen ist weniger beweglich.

Klar ist, Working Capital Management und Einkauf liegen sehr nah zusammen. Der erste Ansatz ein Working Capital Management zu etablieren ist das Verkürzen von Debitorenzielen und das Verlängern von Kreditorzielen. Sicherlich lassen sich hier erste Erfolge feiern, eine langfristig erfolgreiche Strategie basiert aber auf der internen Ausrichtung der Einkaufsprozesse.

Einkaufsoptimierung

Das Kerngeschäft des Einkaufs ist die Beschaffung von Produkten und Dienstleistungen. Nach der klassischen ABC Methode gibt es nun rund 15% der Lieferanten bei denen sich einfache Einsparungen realisieren lassen. Durch Verhandlungen, Lieferantenwechsel und Supplier Relationship Management können schon gute Erfolge erzielt werden.

Eine langfristige Strategie umfasst ebenfalls die Optimierung der internen Prozesse. Gerade bei der Vielzahl der C-Teil Lieferanten ist es anstrebenswert, den administrativen Aufwand zu minimieren. Entscheidend ist es hier eine Lösung zu finden die Vorteile für sämtliche Fachabteilungen erzeugt und Zielkonflikte abbaut. Eine gute Lösung zur Optimierung des Einkaufs umfasst die bestellenden Mitarbeiter, die kaufmännische Leitung, das Controlling und schließlich auch den Einkauf. Es gilt eine für alle Seiten vorteilhafte Lösung zu etablieren.

Supplier Relationship Management & kompetenzbasiertes Einkaufen

Durch die Fokussierung der Mitarbeiter auf die wesentlichen A- und B-Artikel und die outgesourcte operative Unterstützung bei der Masse der C-Artikel ist das Unternehmen in der Lage wesentlich kostengünstiger und gleichzeitig effektiver zu arbeiten. Die Prozessanpassungen sind vergleichsweise gering. Bei voller Implementierung eines kompetenzbasierten Einkaufsmanagements für C-Teile ist kein Invest notwendig. Bestellprozesse sind innerhalb weniger Tage verinnerlicht und das System baut sich Schritt für Schritt selbstständig, ohne Aufwand für das Unternehmen, auf. Sie haben vereinheitlichte Zahlungskonditionen (Sammelrechnung auf Basis von Kostenstellen, Sachkonten, …)  für rund 80% Ihrer Bestellungen und das Working Capital des Unternehmens verbessert sich signifikant.

Supplier Relationship Management (SRM) bei Nebenlieferanten

Die Beschaffung kann heute mehr denn je einen Beitrag zur Wertschöpfung leisten und als Erfolgsfaktor und Kostengestalter dienen. Durch den Fokus auf strategische Aktivitäten können Effizienzsteigerungen einfach durchgesetzt werden. Vorraussetzung hierfür ist die Schaffung von langfristigen und partnerschaftlichen Beziehungen.

Komplexe Supply-Chains mit der Beschaffung als Steuermann können auch im Mittelstand umgesetzt werden. Die Integration und Zusammenarbeit verschiedener Abteilungen kann einfach vorangetrieben werden.

Normalerweise essenziell wichtigen Lieferanten vorbehalten, gibt es effektive Wege und Möglichkeiten ein Supplier Relationship Management (SRM) bei indirekten Materialien aufzubauen. Gerade bei mittelständischen Unternehmen kann SRM bei indirekten Materialien ein starker Hebel für Kostenvorteile sein. Auf Basis des 3-Ebenen des Supplier Relationship Managements Modells kann als erster Schritt ein Nebenlieferanten SRM geschaffen werden. Dieses ist wesentlich unaufwändiger und ohne tiefgehende Investitionen zu implementieren als eine Gesamtstrategie und bringt den Freiraum sich strategisch mit der Beschaffung auseinander zu setzen. Ziel des Nebenlieferanten SRM ist die Vereinheitlichung der Prozesse nach innen und außen.

1. Ebene – Gesamtstrategie der Beschaffung

Ziele des Nebenlieferanten SRM werden definiert. Mögliche Ziele sind hier:

  • Reduktion der Nebenlieferanten
  • Reduktion der Anzahl der Rechnungen
  • Einschränkung Maverick Buying

2. Ebene – Strategischer Beschaffungsprozess

Wichtig ist die Analyse der Materialgruppen die von Nebenlieferanten bedient werden. Ein Partner im Business Process Outsourcing kann das ganze Spektrum indirekter Materialien abdecken und somit die Anzahl der Ansprechpartner für Fachbereiche, Einkauf, Controlling und Buchhaltung auf genau eins reduzieren. Mit der einmaligen Schaffung von kompetenzbasierten Einkaufsbefugnissen kann der operative Prozess der Beschaffung radikal vereinfacht werden. Der BPO-Anbieter ist Ansprechpartner für Transparenz und Compliance für alle Nebenlieferanten und liefert so neben den Kostenersparnissen aktive Mehrwerte in Richtung strategischer Fokussierung des Unternehmens. Ein einheitliches Rechnungsmanagement mit einheitlichen Zahlungskonditionen wird aufgebaut.

3. Ebene – Operativer Beschaffungsprozess

Beschaffungen von indirekten Materialien können nun über nur noch einen Ansprechpartner abgewickelt werden. Die zeitintensiven Faktoren eines Bestellprozesses fallen weg. Die Mitarbeiter des Unternehmens bestellen direkt bei dem BPO-Partner der wiederrum die kostenstellen genaue Lieferung für sämtliche Nebenlieferanten abwickelt. Über welchen Kanal dieser Prozess letztendlich abläuft ist individuell zu wählen.

Also Bestellmöglichkeit bieten sich hier die klassischen Wege:

  • Freitextbestellungen via Telefon, Fax oder E-Mail
  • Individuelle Bestelllisten via E-Mail, e-Procurement oder Webshop

Um hohe Kosten zu vermeiden ist es für den Mittelstand ratsam eine Lösung zu wählen die a.) das Risiko minimiert und b.) Prozesskosten minimiert. Sinn macht hier eine Sell-Side Lösung, die zumindest bei mittelständischen Volumina die zumeist günstigere Lösung ist.

Langfristige Möglichkeiten

Durch die Umsetzung des Nebenlieferanten SRM über einen BPO-Partner werden nicht nur massive Prozesskosten eingespart, sondern auch langfristige Potentiale bei Nebenlieferanten aufgedeckt. Benchmarks, Verbrauchsanalysen und weitere Anpassungen sind einfach möglich wenn erst einmal genug Daten gesammelt wurden. Diese werden in der Regel buchungsgerecht, Kostenstellengerecht und gemäß des Kontenrahmens des Kunden abgeliefert.

 

Das Pareto-Prinzip und der moderne Einkauf

Schon im Anfang des 20. Jahrhundert wurde das Pareto-Prinzip entdeckt. Damals noch als Beschreibung der unausgeglichenen Verteilung von Wohlstand in der Bevölkerung, hat das Pareto-Prinzip eine starke Aussagekraft für viele ökonomische Wirkungsmechanismen. Die moderne Deutung, dass etwa 80% einen Effekts über 20% der Ursachen erzeugt werden, ist heute vermehrt im Vertrieb und im Zeitmanagement zu finden.

Aber gerade in der Beschaffung ist die 80/20 Regel ein wirksames Werkzeug um Prozesse zu optimieren und sinnvoll zu steuern. Die Umsetzung des Pareto-Prinzips ist im Einkauf die ABC-Analyse. Die typische Erkenntnis aus einer ABC-Analyse ist der Anteil einzelnen Produkte oder Warengruppen am Umsatz. Diese Erkenntnis ist oftmals bereits bekannt und wird dann gemeinsam übereinstimmend wahrgenommen, um dann weitestgehend ignoriert zu werden. Dabei sind die Handlungsmöglichkeiten, die aus solch einer Analyse resultieren, absolute Kostensparer im Einkauf. Durch die Trennung von Wesentlichen (vital few) und Unwesentlichen (usefull many) muss der Fokus der Abteilungen ausgerichtet werden.

Wo liegt das Potential bei KMUs?

Ein Einkäufer, der sich tagtäglich mit 80% Beschaffungen von Nebenlieferanten konfrontiert sieht, hat kaum eine Möglichkeit sich auf sein Kerngeschäft, das Wesentliche, zu konzentrieren.

Eine Fachabteilung, die sich ständig mit der Beschaffung und Klärung bezüglich C-Teile beschäftigen muss verschwendet diese Zeit, statt sich auf das jeweilige Kerngeschäft konzentrieren zu können. Rückfragen des Einkaufs, Unklarheiten bei der Abrechnung und Kostenstellen, etc. machen den Einkauf eines Bleistiftes zu einem teuren Vergnügen.

Die Kreditorenbuchhaltung eines Unternehmens beschäftigt sich zu 80% mit Nebenlieferanten und Prozessen die nur administrativer Natur sind.

Das Ziel ist der strategische Einkauf

Wenn Sie diesem Ziel die operativen Tätigkeiten unterordnen, können Sie einfach Kosten sparen, die Transparenz erhöhen und Ihre Compliance im Einkauf optimieren. Nutzen Sie Ihr Category-Wissen für die Beschaffungen auf die es ankommt. Einkaufsziele werden nicht mit intern beschafften Bleistiften und anderen Nebenlieferanten erreicht, sondern mit Ihrem Kerngeschäft. Ziel ist somit der Fokus auf das Kerngeschäft.

Das Outsourcing von Beschaffungsprozessen für Teile- oder die komplette C-Teile-Versorgung ist möglich und kostengünstig machbar. Sie reduzieren die Prozesskosten erheblich und können im Kerngeschäft besser arbeiten.

Weg vom operativen – hin zum strategischen Einkauf.